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Heinz Linge: Unterschied zwischen den Versionen

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=== Adolf Hitler ===
=== Adolf Hitler ===
Linge war der Meinung, dass er Hitler näher stand als alle anderen, mit Ausnahme Eva Brauns.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 8.</ref> EVA HITLER?
Linge war der Meinung, dass er Hitler näher stand als alle anderen, mit Ausnahme Eva Brauns.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 8.</ref> EVA HITLER?


Zweifel an Hitler hat es für Linge bis zu Hitlers Tod nicht gegeben.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 13 f.</ref> Er vertraute in das "Genie des Führers".
Zweifel an Hitler hat es für Linge bis zu Hitlers Tod nicht gegeben.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 13 f.</ref> Er vertraute in das "Genie des Führers". An anderer Stelle schreibt Linge aber auch, dass es keine "Weltanschauung oder Idee" war, die ihn an Hitler band, sondern nur sein Beruf.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 40.</ref> Er sah Hitler jedoch während seines Dienstes auch als "genial und unersetzbar" an.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 40.</ref>


=== Andere Zeitzeugen ===
=== Andere Zeitzeugen ===
Linge äußert sich kritisch über die Memoiren anderer Zeitzeugen.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 12.</ref> Er beklagt, dass viele über Ereignisse schrieben, "die sie angeblich selbst mit Hitler erlebt hatten", aber eigentlich nur von Linge oder anderen "im Führerhauptquartier, in der Reichskanzlei oder anderswo erfahren" hatten und sich dann im Nachhinein als Zeugen ausgegeben hätten.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 12.</ref> Vieles davon sei anders gewesen, "als sie es nun darstellten".<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 12.</ref> Anderes sei mißverstanden oder falsch gedeutet worden.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 11 f.</ref>
Linge äußert sich kritisch über die Memoiren anderer Zeitzeugen.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 12.</ref> Er beklagt, dass viele über Ereignisse schrieben, "die sie angeblich selbst mit Hitler erlebt hatten", aber eigentlich nur von Linge oder anderen "im Führerhauptquartier, in der Reichskanzlei oder anderswo erfahren" hatten und sich dann im Nachhinein als Zeugen ausgegeben hätten.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 12.</ref> Vieles davon sei anders gewesen, "als sie es nun darstellten".<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 12.</ref> Anderes sei mißverstanden oder falsch gedeutet worden.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 11 f.</ref>


So seien Behauptungen des Historikers Wilhelm von Schramm, der sich mit Linge ab und zu "über Hitler unterhielt", dass Linge 1944 nicht mehr an Hitler und das "Genie des Führers" glaube, falsch.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 13.</ref>
So seien Behauptungen des Historikers Wilhelm von Schramm, der sich mit Linge ab und zu "über Hitler unterhielt", dass Linge 1944 nicht mehr an Hitler und das "Genie des Führers" glaube, falsch.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 13.</ref>


Linge sagt, dass es auffällig wäre, dass kaum ein General "zugibt, falsch oder schlecht operiert und durch seine Schuld Gefechte oder Schlachten verloren zu haben."<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 17.</ref> Er selbst könne die militärischen Entscheidungen nicht beurteilen, jedoch seien "Hitlers Voraussagen in den meisten Fällen zutreffend" gewesen.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 17.</ref>  
Linge sagt, dass es auffällig wäre, dass kaum ein General "zugibt, falsch oder schlecht operiert und durch seine Schuld Gefechte oder Schlachten verloren zu haben."<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 17.</ref> Er selbst könne die militärischen Entscheidungen nicht beurteilen, jedoch seien "Hitlers Voraussagen in den meisten Fällen zutreffend" gewesen.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 17.</ref>  


== Lebenslauf ==
== Lebenslauf ==
Linge stammt laut eigenen Aussagen aus Bremen<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 24.</ref> und nennt es seine "Heimatstadt".<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 21.</ref> Linge erlangt Mittlere Reife.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 24.</ref> Linge arbeitet "eine Zeit lang" auf dem Bau und absolviert die Baugewerkschule, da er Tiefbau-Ingenieur werden will.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 24.</ref>
Linge stammt laut eigenen Aussagen aus Bremen<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 24.</ref> und nennt es seine "Heimatstadt".<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 21.</ref> Linge erlangt Mittlere Reife.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 24.</ref> Linge arbeitet "eine Zeit lang" auf dem Bau und absolviert die Baugewerkschule, da er Tiefbau-Ingenieur werden will.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 24.</ref>


'''März 1933:''' Linge tritt in Bremen der Waffen-SS bei.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 24.</ref>
'''März 1933:''' Linge tritt in Bremen der Waffen-SS bei.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 24.</ref>


'''Dazwischen:''' Linge absolviert ein Jahr lang Truppendienst in Berlin-Lichterfelde.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 24.</ref>
'''Dazwischen:''' Linge absolviert ein Jahr lang Truppendienst in Berlin-Lichterfelde.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 24.</ref>


'''Juli oder August 1934:''' Linge wird zusammen mit "rund zwei Dutzend Kameraden" seiner Einheit als Erste Wache zum Obersalzberg abkommandiert.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 24.</ref> Dort gab Hitler jedem die Hand und fragte Linge woher er komme und wie alt er sei.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 24.</ref> Diese erste Begegnung mit Hitler machte auf Linge einen "tiefen Eindruck", da er "uns jungen Soldaten damals als Idol erschien".<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 24.</ref>
'''Juli oder August 1934:''' Linge wird zusammen mit "rund zwei Dutzend Kameraden" seiner Einheit als Erste Wache zum Obersalzberg abkommandiert.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 24.</ref> Dort gab Hitler jedem die Hand und fragte Linge woher er komme und wie alt er sei.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 24.</ref> Diese erste Begegnung mit Hitler machte auf Linge einen "tiefen Eindruck", da er "uns jungen Soldaten damals als Idol erschien".<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 24.</ref>
 
'''Ende 1934:''' Aus 50 Mann wurde Linge zusammen mit Otto Meyer für den Dienst in der Reichskanzlei ausgewählt.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 24.</ref> Der Chefadjutant Hitlers, Wilhelm Brückner, erklärte ihnen, dass sie für den persönlichen Dienst beim Führer vorgesehen seien.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 24.</ref>
 
'''Januar 1935:''' Linge absolviert zusammen mit Otto Meyer einen "Kurzlehrgang auf einer Hotelfachschule in Pasing bei München.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 24.</ref>
 
'''Dazwischen:''' Linge arbeitet im "Dienst in einigen Abteilungen der Reichskanzlei - vor allem beim SS-Obergruppenführer Brückner".<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 24 f.</ref>
 
'''Irgendwann 1935:'''<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 40.</ref> Linge wird zum Antritt seines Kommandos ("Persönlicher Dienst beim Führer") befohlen.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 24 f.</ref> Linge und Meyer werden bereits von Karl Krause, einem Kammerdiener Hitlers, erwartet, der ihnen mitteilte, dass alle drei sich ihren Dienst teilen sollten.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 25.</ref> Hitler wünsche sich, dass einer immer in seiner Nähe blieb und der andere ihn bei Ausfahrten begleiten solle.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 25.</ref> Letzterer sollte auch dafür sorgen, dass "Hitlers Kleidung und private Räume jederzeit in Ordnung waren, wozu ihm Zimmermädchen zur Verfügung standen."<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 25.</ref> Ein dritter Mann sollte "die in Hitlers Haushalt anfallenden wirtschaftlichen Angelegenheiten erledigen."<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 25.</ref>
 
Hitler machte Linge den Einstieg leicht und so verlor dieser "sofort auch jede Scheu".<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 38.</ref>
 
'''Irgendwann ab 1935:''' Linge bittet Hitler mehrmals darum an die Front geschickt zu werden, da das "Leben in Hitlers unmittelbarer Umgebung [...] kein Zuckerschlecken" gewesen sein soll.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 57 f.</ref> Hitler versucht Linge vom Rauchen abzubringen, da dies ungesund sei und mit Krebs im Zusammenhang stehe.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 59.</ref>
 
==== 1944 ====
'''Juli 1944:''' Linge wird zum Chef des persönlichen Dienstes bei Hitler.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 37 f.</ref>
 
'''Herbst 1944:''' Linge wohnte einem Gespräch zwischen Hitler und dessen Hals-, Nasen- und Ohrenarzt Dr. Erwin Giesing über den Vegetarismus bei.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 62.</ref>  


==== 1945 ====
==== 1945 ====
Februar 1945: Linge fährt mit seiner Frau und seinen Kindern begleitet von Eva Braun nach München, um von dort seine Familie nach Berchtesgaden zu bringen.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 69 f.</ref>
30.04.1945:
30.04.1945:


Hitler befielt Linge seine Leiche nach seinem Tod aus dem Bunker ins Freie zu bringen und dort zu verbrennen.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S.11.</ref>
Hitler befielt Linge seine Leiche nach seinem Tod aus dem Bunker ins Freie zu bringen und dort zu verbrennen.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S.11.</ref>


Linge hört den Pistolenschuss, mit dem Hitler sich umbrachte aufgrund der Lautstärke der "Granaten der russischen Artillerie" nicht.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S.11.</ref> Er riecht allerdings den "Geruch von Pulvergasen", der "durch die Tür drang".<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S.11.</ref>
Linge hört den Pistolenschuss, mit dem Hitler sich umbrachte aufgrund der Lautstärke der "Granaten der russischen Artillerie" nicht.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S.11.</ref> Er riecht allerdings den "Geruch von Pulvergasen", der "durch die Tür drang".<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S.11.</ref>


Linge geht zu Martin Bormann und bittet ihn mit ihm das Zimmer Hitlers zu betreten.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S.11.</ref>
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Um 15:45 Uhr öffnet Linge die Tür zu Hitlers Zimmer, wo er Adolf und Eva Hitler auf dem "geblümten Sofa" sitzend tot vorfindet.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S.11.</ref>
Um 15:45 Uhr öffnet Linge die Tür zu Hitlers Zimmer, wo er Adolf und Eva Hitler auf dem "geblümten Sofa" sitzend tot vorfindet.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S.11.</ref>


Linge wickelt Hitler in eine Decke und trägt ihn an die Oberfläche. Dort legt er ihn in einen Granattrichter, begießt ihn mit Benzin und zündet ihn an.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S.11.</ref>
Linge wickelt Hitler in eine Decke und trägt ihn an die Oberfläche. Dort legt er ihn in einen Granattrichter, begießt ihn mit Benzin und zündet ihn an.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S.11.</ref>


==== 1955 ====
==== 1955 ====
Linge kehrt nach zehnjähriger Gefangenschaft aus Rußland zurück.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 7.</ref>
Linge kehrt nach zehnjähriger Gefangenschaft aus Rußland zurück.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 7.</ref>
 
Linge wird von Journalisten und Verlegern darum gebeten über seine Erlebnisse mit Adolf Hitler zu schreiben.<ref>Linge, Heinz. 1980. ''Bis zum Untergang.'' F. A. Herbig. S. 7.</ref>


Linge wird von Journalisten und Verlegern darum gebeten über seine Erlebnisse mit Adolf Hitler zu schreiben.<ref>Linge, Heinz: ''Bis zum Untergang. Als Chef des Persönlichen Dienstes bei Hitler'', München / Berlin: F. A. Herbig 1980, S. 7.</ref>
== Quellen ==
[[Kategorie:Person]]
[[Kategorie:Person]]

Aktuelle Version vom 22. Dezember 2025, 11:05 Uhr

Beschreibung

Ansichten

Adolf Hitler

Linge war der Meinung, dass er Hitler näher stand als alle anderen, mit Ausnahme Eva Brauns.[1] EVA HITLER?

Zweifel an Hitler hat es für Linge bis zu Hitlers Tod nicht gegeben.[2] Er vertraute in das "Genie des Führers". An anderer Stelle schreibt Linge aber auch, dass es keine "Weltanschauung oder Idee" war, die ihn an Hitler band, sondern nur sein Beruf.[3] Er sah Hitler jedoch während seines Dienstes auch als "genial und unersetzbar" an.[4]

Andere Zeitzeugen

Linge äußert sich kritisch über die Memoiren anderer Zeitzeugen.[5] Er beklagt, dass viele über Ereignisse schrieben, "die sie angeblich selbst mit Hitler erlebt hatten", aber eigentlich nur von Linge oder anderen "im Führerhauptquartier, in der Reichskanzlei oder anderswo erfahren" hatten und sich dann im Nachhinein als Zeugen ausgegeben hätten.[6] Vieles davon sei anders gewesen, "als sie es nun darstellten".[7] Anderes sei mißverstanden oder falsch gedeutet worden.[8]

So seien Behauptungen des Historikers Wilhelm von Schramm, der sich mit Linge ab und zu "über Hitler unterhielt", dass Linge 1944 nicht mehr an Hitler und das "Genie des Führers" glaube, falsch.[9]

Linge sagt, dass es auffällig wäre, dass kaum ein General "zugibt, falsch oder schlecht operiert und durch seine Schuld Gefechte oder Schlachten verloren zu haben."[10] Er selbst könne die militärischen Entscheidungen nicht beurteilen, jedoch seien "Hitlers Voraussagen in den meisten Fällen zutreffend" gewesen.[11]

Lebenslauf

Linge stammt laut eigenen Aussagen aus Bremen[12] und nennt es seine "Heimatstadt".[13] Linge erlangt Mittlere Reife.[14] Linge arbeitet "eine Zeit lang" auf dem Bau und absolviert die Baugewerkschule, da er Tiefbau-Ingenieur werden will.[15]

März 1933: Linge tritt in Bremen der Waffen-SS bei.[16]

Dazwischen: Linge absolviert ein Jahr lang Truppendienst in Berlin-Lichterfelde.[17]

Juli oder August 1934: Linge wird zusammen mit "rund zwei Dutzend Kameraden" seiner Einheit als Erste Wache zum Obersalzberg abkommandiert.[18] Dort gab Hitler jedem die Hand und fragte Linge woher er komme und wie alt er sei.[19] Diese erste Begegnung mit Hitler machte auf Linge einen "tiefen Eindruck", da er "uns jungen Soldaten damals als Idol erschien".[20]

Ende 1934: Aus 50 Mann wurde Linge zusammen mit Otto Meyer für den Dienst in der Reichskanzlei ausgewählt.[21] Der Chefadjutant Hitlers, Wilhelm Brückner, erklärte ihnen, dass sie für den persönlichen Dienst beim Führer vorgesehen seien.[22]

Januar 1935: Linge absolviert zusammen mit Otto Meyer einen "Kurzlehrgang auf einer Hotelfachschule in Pasing bei München.[23]

Dazwischen: Linge arbeitet im "Dienst in einigen Abteilungen der Reichskanzlei - vor allem beim SS-Obergruppenführer Brückner".[24]

Irgendwann 1935:[25] Linge wird zum Antritt seines Kommandos ("Persönlicher Dienst beim Führer") befohlen.[26] Linge und Meyer werden bereits von Karl Krause, einem Kammerdiener Hitlers, erwartet, der ihnen mitteilte, dass alle drei sich ihren Dienst teilen sollten.[27] Hitler wünsche sich, dass einer immer in seiner Nähe blieb und der andere ihn bei Ausfahrten begleiten solle.[28] Letzterer sollte auch dafür sorgen, dass "Hitlers Kleidung und private Räume jederzeit in Ordnung waren, wozu ihm Zimmermädchen zur Verfügung standen."[29] Ein dritter Mann sollte "die in Hitlers Haushalt anfallenden wirtschaftlichen Angelegenheiten erledigen."[30]

Hitler machte Linge den Einstieg leicht und so verlor dieser "sofort auch jede Scheu".[31]

Irgendwann ab 1935: Linge bittet Hitler mehrmals darum an die Front geschickt zu werden, da das "Leben in Hitlers unmittelbarer Umgebung [...] kein Zuckerschlecken" gewesen sein soll.[32] Hitler versucht Linge vom Rauchen abzubringen, da dies ungesund sei und mit Krebs im Zusammenhang stehe.[33]

1944

Juli 1944: Linge wird zum Chef des persönlichen Dienstes bei Hitler.[34]

Herbst 1944: Linge wohnte einem Gespräch zwischen Hitler und dessen Hals-, Nasen- und Ohrenarzt Dr. Erwin Giesing über den Vegetarismus bei.[35]

1945

Februar 1945: Linge fährt mit seiner Frau und seinen Kindern begleitet von Eva Braun nach München, um von dort seine Familie nach Berchtesgaden zu bringen.[36]

30.04.1945:

Hitler befielt Linge seine Leiche nach seinem Tod aus dem Bunker ins Freie zu bringen und dort zu verbrennen.[37]

Linge hört den Pistolenschuss, mit dem Hitler sich umbrachte aufgrund der Lautstärke der "Granaten der russischen Artillerie" nicht.[38] Er riecht allerdings den "Geruch von Pulvergasen", der "durch die Tür drang".[39]

Linge geht zu Martin Bormann und bittet ihn mit ihm das Zimmer Hitlers zu betreten.[40]

Um 15:45 Uhr öffnet Linge die Tür zu Hitlers Zimmer, wo er Adolf und Eva Hitler auf dem "geblümten Sofa" sitzend tot vorfindet.[41]

Linge wickelt Hitler in eine Decke und trägt ihn an die Oberfläche. Dort legt er ihn in einen Granattrichter, begießt ihn mit Benzin und zündet ihn an.[42]

1955

Linge kehrt nach zehnjähriger Gefangenschaft aus Rußland zurück.[43]

Linge wird von Journalisten und Verlegern darum gebeten über seine Erlebnisse mit Adolf Hitler zu schreiben.[44]

Quellen

  1. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 8.
  2. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 13 f.
  3. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 40.
  4. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 40.
  5. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 12.
  6. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 12.
  7. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 12.
  8. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 11 f.
  9. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 13.
  10. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 17.
  11. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 17.
  12. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 24.
  13. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 21.
  14. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 24.
  15. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 24.
  16. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 24.
  17. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 24.
  18. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 24.
  19. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 24.
  20. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 24.
  21. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 24.
  22. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 24.
  23. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 24.
  24. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 24 f.
  25. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 40.
  26. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 24 f.
  27. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 25.
  28. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 25.
  29. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 25.
  30. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 25.
  31. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 38.
  32. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 57 f.
  33. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 59.
  34. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 37 f.
  35. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 62.
  36. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 69 f.
  37. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S.11.
  38. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S.11.
  39. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S.11.
  40. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S.11.
  41. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S.11.
  42. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S.11.
  43. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 7.
  44. Linge, Heinz. 1980. Bis zum Untergang. F. A. Herbig. S. 7.